Franz Floret wurde am 29. Juli 1882 in Niederense geboren. Nach seiner Schulzeit erlernte er das Bäckerhandwerk. Am 10. März 1910 legte in Düsseldorf die Meisterprüfung mit Erfolg ab. Von 1902 bis 1904 stand Franz Floret in den Reihen des Infanterie-Regiments 56 in Wesel und rückte mit diesem 1914 auch in den Ersten Weltkrieg ins Feld. Er war verheiratet mit Maria Anna Floret, geb. Nübel. Aus der Ehe gingen 2 Kinder hervor. Franz Floret trat 1899 dem Schützenverein Oberense bei. Am 4. Juni 1921 führte Franz Floret die Kommission, die mit dem Oberenser Vorstand die Abzweigung der Niederenser Schützen aushandelte. Am 7. August 1921 wurde Franz Floret zum Oberst der Schützenbruderschaft Niederense gewählt. Dieses Amt übte er zur grössten Zufriedenheit aller bis zum 30. Januar 1938 aus. Die NSDAP setzte ihn als Oberst ab. Neuer Oberst wurde Franz Luhmann. In Anerkennung seiner grossen Verdienste um die Schützenbruderschaft wurde Franz Floret zum Ehrenmitglied ernannt. Im gleichen Jahr schoss er den Vogel ab und sagte in der Versammlung: "Als Oberst wollten sie mich nicht mehr haben, als König komme ich zurück". Beim Wiederaufbau der Schützenbruderschaft nach dem Zweiten Weltkrieg hat er tatkräftig mitgewirkt. Er zählte auch bei den Bruderschaften in Oberense und Höingen zu den Jubilaren. Mehr als 20 Jahre war er Mitglied der Gemeinderates und des Schulvorstandes, darüber hinaus 40 Jahre Vorstandsmitglied der Werler Bäcker-Innung und lange Zeit Vorstandsmitglied des Westfälischen Heimatbundes. In seiner Eigenschaft als amtlicher Schätzer des Statistischen Landesamtes Düsseldorf sowie als Ernte- und Obstberichterstatter erhielt er, nach dreissigjähriger Tätigkeit im Rahmen dieser Aufgabengebiete, die Ehrenurkunde des Ministers für Landwirtschaft und Forsten. Darüber hinaus war er Mitbegründer der Freiwilligen Feuerwehr Niederense und 12 Jahre ihr Brandmeister, er nahm während des zweiten Weltkrieges an zahlreichen Einsätzen nach den Bombenangriffen auf Städte des näheren und weiteren Heimatbereiches teil und leitete 1943 bei der Möhnekatastrophe mit den Männern aus Niederense, weitsichtige Hilfsaktionen. Beim Neubau der Pfarrkirche St. Bernhard half Franz Floret die Pläne zum Neubau zu verwirklichen. Er veranlasste u.a. die Bergung zahlreicher Kunstwerke und künsterlerische Gegenstände aus dem Gelände der von den Fluten zerstörten Klosterkirche Himmelpforten. Franz Floret war der erste Ortsheimatpfleger in Niederense und hat sich auch auf diesem Gebiet grosse Verdienste erworben. Franz Floret starb am 18. Juli 1968 in Niederense.