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¬ Himmelpforten ...

Himmelpforten u. Rittergeschlecht Ense

Im hiesigen Raum ist die Gründung des Klosters Himmelpforten 1246 das früheste Datum in der Geschichte. Damals stiftete Adelheid, die Gemahlin Gottfried III. des Grafen von Arnsberg, unter Beteiligung des Grafen Otto von Tecklenburg im Gebiet der Pfarrei Bremen, im Tal der Möhne Grund und Boden, um darauf ein Kloster zu gründen. Sie nannte den Ort Porta Coeli, das heisst Pforte des Himmels oder kurz: Himmelpforten. Die der Kirche vermachte Stiftung wurde am 18. Juli 1247 vom Erzbischof Konrad von Köln bestätigt und durch den Papst Innozenz IV. in Schutz genommen. Der Klosterbau war 1249 noch nicht vollendet, weshalb Erzbischof Konrad in diesem Jahre die Gläubigen aufforderte, den zu Himmelpforten im Kirchspiel Bremen begonnenen Bau eines Klosters vom Hl. Bernhard wirksam zu unterstützen. Kloster HimmelpfortenDie tiefgehende religiöse Begeisterung, die das damalige Europa erfasst hatte, fand ihren Niederschlag in den Gründungen neuer Klöster. Hierzu zählt auch die kleine Mönchsgemeinschaft von Citeaux bei Dijon. Eine der herausragenden Gestalten unter den Reformern des Mönchtums im 11. und 12. Jahrhundert ist der Hl. Bernhard. Er war 1112 in den Konvent von Citeaux eingetreten und wurde 3 Jahre später von dort mit dem Auftrag zur Klosterneugründung in das nicht allzu weit entfernt gelegene Clairvaux entsandt. Hier blieb er bis zu seinem Tode im Jahre 1153 Abt. Er war ein grosser Theologe und Mystiker ein glühender Christus- und Marienverehrer, ein wortgewaltiger Prediger, und Befürworter des 2. Kreuzzuges 1147. Er hat nicht zuletzt auch als Politiker auf höchster Ebene sehr viel bewirkt. Zu seiner Zeit breitete sich der Orden der Zisterzienser von Clairvaux und einiger anderer Gründungszentren gewaltig aus. In der damaligen Zeit wurden immer wieder Kriege geführt. Zuerst wird die Soester Fehde genannt. Zwischen 1444 und 1449 wurde in diesem Krieg besonders die Gegend zwischen Soest und dem Raum Arnsberg in Mitleidenschaft gezogen. Besonders schwer wurde Himmelpforten aber im Dreissigjährigen Krieg 1618-1648, mitgenommen. Ebenfalls im Siebenjährigen Krieg 1756 - 1763. Für die Bevölkerung der betroffenen Regionen, dazu gehört der gesamte westfälische Raum, gab es weder Freund noch Feind. Altar aus AlabasterAls 1801 der Rhein zur deutsch - französischen Grenze gemacht wurde, fielen grosse linksrheinische Gebietsanteile deutscher Fürsten an Frankreich. Dazu gehörte auch das Herzogtum Westfalen, das zum geistlichen Kurfürstentum gehörte. Diese sogenannte Säkularisation (Einziehung kirchlichen Besitzes durch den Staat) war 1803 von einem Ausschuss des deutschen Reichstages beschlossen worden. Man beschränkte sich dabei nun aber nicht nur auf die übereignung der unter geistlicher Oberhoheit stehenden Staatsgebiete an westliche Mächte, sondern gleichzeitig wurden auch die Abteien, Klöster und Stifte und deren Vermögen in Staatseigentum überführt. Damit war deren Schicksal besiegelt. Die neuen Landesherren waren in der Regel bemüht, das Vermögen der Klöster in Kapital umzuschlagen. Himmelpforten war also seit dem Jahre 1804 kein Kloster mehr. Von der Möglichkeit des Verkaufes machte die hessische Regierung zunächst nur bezüglich des Klosterinventars Gebrauch. Dasselbe wurde bei öffentlichen Versteigerungen angeboten mit verschiedenen Ausnahmen. Neuer Pächter von Himmelpforten war seit dem 22. Februar 1804 Adolf Schulte zu Günne und dessen Vetter Theodor Schulte zu Günne. Nach 1817 war Schulte-Günne der alleinige Pächter. Nachdem nun die Preussen die Herren im Lande geworden waren, stellte Schulte-Günne bei der königlich preussischen Regierung in Arnsberg den Antrag, die Zeitpacht in eine Erbpacht umzuwandeln. Bei einer öffentlichen Versteigerung erwarb Schulte-Günne mit allen Rechten und Verbindlichkeiten sowie das zur Pachtung gehörende Inventar. Im Jahre 1869 wurde die Kirche von der Pfarrgemeinde St. Lambertus in Bremen übernommen und als Filialkirche von Bremen angegliedert. Die Erhebung zur selbständigen Pfarrei erfolgte erst im Jahre 1921. Die politische Gemeinde Himmelpforten wurde am 1. April 1901 in die politische Gemeinde Niederense eingegliedert. Bei der grossen "Katharinenflut" vom 23.-25. November 1890 wurde das ganze nördliche Sauerland heimgesucht. Starke Regengüsse der Tage und Wochen hatten den Möhnefluss bis zu 3 m ansteigen lassen. Die entstandenen Schäden waren enorm. Die Eigentumsverhältnisse in Himmelpforten wechselten noch einmal 1913. Die Witwe Schulte verkaufte das Gut an den Vetter ihres Mannes August Schulte-Günne. Himmelpforten ging wieder in den Besitz der Familie Schulte-Günne zurück. Aber schon gleich nach dem Kriegsende gab es einen erneuten Eigentumswechsel, als August Schulte-Günne das Anwesen, ausser den gewerblichen Nebenbetrieben, am 18. August 1919 an den Industriellen Friedrich Scheven aus Düsseldorf verkaufte. Ab 1933 wurde der Betrieb an die Familie Fritz Kersting verpachtet, die das Gut bis zur Möhnekatastrophe bewirtschaftete. Durch die Möhnekatastrophe am 17. Mai 1943 wurde die Kirche mit allen Klostergebäuden bis auf die Grundmauern zerstört. Danach fanden die Messen bis zur Weihe der neuen Pfarrkirche St. Bernhard im Jahre 1949 in der St. Anna Kapelle statt, die im Jahre 1885-1887 gebaut und am 22. Oktober 1887 geweiht wurde. Ab dem Jahre 1949 diente sie der Evangelischen Kirchengemeinde Ense als Gotteshaus.

Das Rittergeschlecht Ense
Oberense und Niederense sind aus der 1161 erwähnten Siedlung Ense hervorgegangen. Der Ort wurde 1207 Enze und 1230 Ense genannt. 1244 hatte der Graf von Arnsberg hier Besitz. Das Geschlecht Ense ist bereits 1250 urkundlich erwähnt; es waren Vasallen der Grafen von Werl. Nachdem die Werler Grafen ihren Wohnsitz nach dem besser geschützten Arnsberg verlegt hatten, wurden sie Burgmänner des Grafen von Arnsberg. Die "Ense" waren ein bekanntes Rittergeschlecht. Ihr Stammsitz war im heutigen Oberense, nahe den Bilmer Büschen. Der Name Ense war im Mittelalter so bekannt, dass allein im westfälischen Urkundenbuch 150 Urkunden den Namen der Familien tragen. Heute trägt die Grossgemeinde ihren Namen. Das Kloster Himmelpforten lag in unmittelbarer Nähe und es entstanden geschäftliche Beziehungen. Konrad von Ense und seine Gemahlin Clara verkauften im Jahre 1285 ihre Güter in Ense an das Kloster Himmelpforten. Der Kaufpreis wurde auf 400 Mark festgesetzt, eine Summe, die uns nach heutigen Massstäben unglaubwürdig erscheint. Das Kloster übergab dafür an Konrad einen Hof in Holthusen, der ihm mit 110 Mark angerechnet wurde. Dazu erhielt er Güter in Erwitte, die ein Hermann Balke früher dem Kloster geschenkt hatte und die mit 50 Mark angerechnet wurden. Die Urkunde über diesen Tausch besiegelte die Stadt Soest, das Patroklus - Stift und der Graf von Arnsberg, da Konrad von Ense kein eigenes Siegel besass. Nach einem Schiedsspruch im Jahre 1287 durfte Konrad seine Güter in Ense aufgeben und sich auf anderen Besitzungen niederlassen. In einer Original - Urkunde (im Landesmuseum Münster registriert unter der Nr. 155) ist ein Grundstücksgeschäft folgenden Inhaltes von 1298 Apr. 28 besiegelt:
Mit Genehmigung Wessels von Erwitte verkauft Hermann von Ense den Zehnten in Robringhausen (Robertinchusen), welchen dieser von jenem zu Lehen trug, an das Kloster Oelinghausen und lässt dafür das Eigenrecht über Güter in Eschen, welche Heinrich Hanebic zu Lehen trug, seinem bisherigen Lehnsherrn auf. Bürgermeister von Soest sind Albert von Palsole und Wichmann de Hervordia.

Zeugen: Gerwin von Lunen und sein Sohn Gerwin, Gerlach von Lake, Regenbodo und Radolf Goten. Brüder Wezel Heringen, Wernher Rufus, Robert Perner, Johann von Kive, Lubert, Heinrich Clericus und Johann de Pueto und andere vom Rat und nicht vom Rat in Soest; Friedrich von Hurde, Heinrich Balke, Heydenrich von Herderinge, Heinrich Hanebic, Wilhelm von Hevinghusen, Gerwin von Andopen, Gerhard von Hule, Bertram von Hondorpe, Steynekop u. a.
Vier Siegel beurkunden den o. g. Inhalt:
  1. Siegel des Grafen von Arnsberg
  2. Siegel des Wessels von Erwitte
  3. Siegel des Antonius von Ense ( Bruder des Verkäufers Hermann von Ense )
  4. Siegel der Stadt Soest

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